Family tree Servaes, Maastricht/Venlo/Straelen/Neuss/Düsseldorf » Walter Cohen (1880-1942)

Personal data Walter Cohen 

  • He was born on February 18, 1880 in Bonn, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
  • Fact: (vermelding) from 1880 till 1942 wikipedia.Source 1
    Walter Cohen (geboren 18. Februar 1880 in Bonn; gestorben 8. Oktober 1942 im KZ Dachau) war ein deutscher Kunsthistoriker, Kunstsammler und Kurator.
    Inhaltsverzeichnis

    1 Leben
    2 Veröffentlichungen (Auswahl)
    3 Literatur
    4 Einzelnachweise
    5 Weblinks

    Leben

    Walter Cohen war das jüngste von elf Kindern von Friedrich Moritz (1836–1912) und Helena (1839–1914) Cohen. Sein Bruder war der spätere Buchhändler und Verleger Friedrich Cohen. Walter Cohen war von Kindheit an schwerhörig, sodass er meist die Worte vom Munde ablesen musste. Aus einer jüdischen Familie stammend wurde er getauft und erhielt eine protestantische Erziehung. Am Städtischen Progymnasium mit Oberrealschule machte er 1898 sein Abitur.

    Ab 1898 studierte Cohen Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Philosophie zuerst in Bonn, dann München und Berlin und zuletzt in Straßburg, wo er 1903 bei Georg Dehio promoviert wurde. Nach einer längeren Studienreise ins Ausland hatte er 1904/05 eine Beschäftigung bei der Redaktion des Thieme-Becker Künstlerlexikons in Leipzig. 1906 folgte ein Volontariat an den Staatlichen Museen Berlin (Kaiser-Friedrich-Museum und Kunstgewerbemuseum). Eine Anstellung fand er ab 1908 zunächst als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, dann als Direktorialassistent am Provinzialmuseum unter Hans Lehner in Bonn. Hier ordnete er die Abteilungen mittelalterlicher Kunst und neuer Kunst neu und veranlasste die Vereinigung der Gemäldegalerie mit der Sammlung Wesendonk.

    Als August Macke vom Tegernsee kommend 1911 in Bonn sein Atelier in der Bornheimerstraße einrichtete, wurde dies zum Treffpunkt der Kunstszene. Schnell baute er sein Netzwerk in Bonn aus: Walter Cohen gehörte dazu, der am Provinzialmuseum in Bonn arbeitete, und dessen beiden älteren Brüder Friedrich und Heinrich, die gegenüber der Universität einen Buch- und Kunsthandel betrieben.[1] Cohen schloss Freundschaft mit Macke, so wie mit vielen Künstlern. „Die heitere, allem wahrhaft Lebendigem erschlossene Wesensart und mitteilungsbedürftige Persönlichkeit Walter Cohens brachte es mit sich, daß er zu vielen Künstlern seiner Zeit in ein nahes und freundschaftliches Verhältnis trat. In Bonn bereits war es neben Max Ernst der Kreis rheinischen Expressionisten mit Macke und Seehaus an der Spitze, über die er auch Würdigungen niederschrieb. In einer Kunststadt wie Düsseldorf wurde sein Umgang zumal mit den jungen Künstlern fruchtbar, für die er sich mit Leidenschaft einsetzte, wenn er ihren Wert erkannt hatte.“ (P. O. Rave: Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil S. 91)

    Bei der am 25. Mai 1912 in Köln eröffneten Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes, welche aus heutiger Sicht zu den wegbereitenden Kunstausstellungen des frühen 20. Jahrhunderts gehörte, wirkte Cohen an den Vorbereitungen mit. Dieser Ausstellung vorausgegangen war die 1909 in Düsseldorf gegründete Vereinigung von Künstlern, Museumsdirektoren, Sammlern und Händlern, die sich zusammengeschlossen hatten, um die Kunst der Avantgarde einem breiten Publikum zu eröffnen. Vorsitzender war Karl Ernst Osthaus, zum Vorstand zählte unter anderen Walter Cohen.

    Eine geplante Anstellung an den Berliner Museen scheiterte 1912 an seiner Schwerhörigkeit. 1914 wechselte Cohen an die Städtische Kunstsammlung Düsseldorf und wurde 1920 Kustos der Gemäldesammlung. Karl Koetschau, der Direktor, wollte die Sammlung von alter Kunst durch Zukäufe ergänzen. Zusammen mit dem Kurator Walter Cohen erwarb er moderne deutsche Werke.

    Cohen prägte den Namen „Das Junge Rheinland“, der 1919 gegründeten modernen Künstlervereinigung. 1918 hatte er mit der Gruppe die erste Ausstellung im Kölnischen Kunstverein veranstaltet. Dort stellten bereits 113 Künstler aus, wobei die Mitgliederzahl rasch anwuchs.

    Walter Cohen war ein Sammler zahlreicher Werke führender deutscher Expressionisten von Künstlern der Künstlervereinigungen „Brücke“, „Der Blaue Reiter“ und „Das Junges Rheinland“, wie Max Beckmann, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Emil Nolde, Otto Pankok, Karl Schmidt-Rottluff, Gabriele Münter, Erich Heckel, Christian Rohlfs und vielen anderen Künstlern. Cohen sammelte nicht nur, sondern war auch ein engagierter Förderer der damaligen Avantgarde, darunter die Künstler Dix, Rohlfs, August Macke, Gerhard Marcks.

    Zu dem Galeristen Alfred Flechtheim hatte er eine freundschaftliche sowie auch berufliche Verbindung. Zu der Wiedereröffnung der Galerie Flechtheim nach dem Ersten Weltkrieg, Ostern 1919, mit einer ersten Ausstellung über die Expressionisten leistete er seinen Beitrag mit einem Vorspruch.[2]

    1924 veröffentlichte er sein Werk Hundert Jahre Rheinischer Malerei, in dem vierzig Künstler vor allem des 19. Jahrhunderts vorgestellt wurden. Walter Cohen genoss in den 1920er Jahren als weitsichtiger Museumskustos, glänzender Kunstkritiker und engagierter Förderer breite Anerkennung.

    1928 richtete er das neu eröffnete Museumsgebäude am Ehrenhof ein. Doch dann kamen die Nazis, beschlagnahmten 137 Ankäufe und entließen Cohen.[3] Auch seine private zusammengetragene Sammlung zeitgenössischer Kunst wurde von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst diffamiert. Trotz Taufe und protestantischer Erziehung wurde Cohen 1933 als Nichtarier gemäß § 3 des Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zwangsweise in den Ruhestand versetzt und aus dem Museumsdienst entlassen, verlor seinen Beamtenstatus und einen großen Teil seiner Rentenbezüge. Eine Klage auf Wiedereinsetzung in den Dienst wurde abgelehnt. In der Folgezeit war er als Gutachter im Kunsthandel tätig. Schwierige wirtschaftliche Bedingungen machten ihm zu schaffen, auch hatte er Probleme mit seiner Gesundheit.

    An dem ganzen Druck zerbrach auch die Ehe mit seiner nicht-jüdischen Ehefrau Margarete Umbach (1892–1960), selbst Künstlerin und Sammlerin, welche er 1920 geheiratet hatte. Einen Prozess wegen angeblicher Bildfälschung endete mit Freispruch. Jedoch wurde Cohen in Schutzhaft genommen und ins Konzentrationslager Dachau verbracht und dort ermordet.

    Seine Frau Margarete Umbach versteckte die Sammlung in einer Stadt bei Mülhausen im Elsass, sie wurde dennoch fast vollständig zerstört. Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann, Richard Vogts (1906–1984), Sohn des Düsseldorfer Porträtmalers Richard Vogts, versuchte sie nach dem Krieg, die Sammlung zu rekonstruieren und im Sinne Walter Cohens fortzuführen. Die Sammlung der Stiftung „Cohen-Umbach-Vogts“ im Dreiländermuseum in Lörrach umfasst rund 200 expressionistische Druckgrafiken von Künstlern wie Max Beckmann, Wassily Kandinsky, Otto Dix, Käthe Kollwitz und Erich Heckel und spiegelt Leben und Schicksal ihrer drei Sammler in tragischer Weise die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wider.[4]
    Veröffentlichungen (Auswahl)
    August Macke. Reihe Junge Kunst Band 32, Verlag von Klinkhardt & Biermann, 1922

    Studien zu Quinten Metsys. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde bei einer Hohen Philosophischen Fakultät der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg. München: Alphons Bruckmann, München 1904.
    Katalog der Gemäldegalerie. Vorwiegend Sammlung Wesendonk. Provinzial-Museum in Bonn. Kommissionsverlag von Friedrich Cohen, 1914.
    August Macke. Klinkhardt & Biermann. Leipzig 1922.
    Hundert Jahre rheinischer Malerei. Kunstbücher deutscher Landschaften, Cohen Verlag, Bonn 1924

    Zeitschriftenaufsätze (Auswahl)

    Alfred Rethel. In: Die Rheinlande. 1918
    Düsseldorfer und Frankfurter Kunst auf der "Ausstellung deutscher Malerei im neunzehnten Jahrhundert" zu Dresden. In: Die Rheinlande. 1919
    Erinnerung an Seehaus. In: Das Kunstfenster. 1921

    Literatur

    Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft – Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Erster Band, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, ISBN 3-598-30664-4
    Martina Sitt: Auch ein Bild braucht einen Anwalt. Walter Cohen – Leben zwischen Kunst und Recht. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1994, ISBN 3-422-06128-2
    Erich Cohen: Aufbewahrtes Leben unter schützenden Händen. Düsseldorf 1998, ISBN 3-930250-30-6, S. 502ff.
    Ulrike Wendland: Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil. Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler. Teil 1: A–K. Saur, München 1999, ISBN 3-598-11339-0, S. 91–95.
    Cohen, Walter. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 5: Carmo–Donat. Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München 1997, ISBN 3-598-22685-3, S. 191–193.
    Helga Fremerey-Dohnau und Renate Schoene, Bearbeitung: Jüdisches Geistesleben in Bonn 1786–1945, Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1985, ISBN 3-7928-0489-1, S. 32–34, Bild S. 3.

    Einzelnachweise
    Zwei expressionistische Sommer in Bonn. rheinische ART 12/2013, auf rheinische-art.de, abgerufen 23. Mai 2015
    Wiedereröffnung - Ostern 1919. I. Ausstellung Expressionisten. Düsseldorf Königsallee 34. Potsdam, Berlin: Gust. Kiepenheuer Verlag, 1919.
    Museum Kunstpalast: Ein neues Bild zum Jubiläum., auf wz-newsline.de, abgerufen 23. Mai 2015

    „entartet – zerstört – rekonstruiert“ – Die Sammlung Cohen-Umbach-Vogts, Sonderausstellung 6. Februar – 10. April 2011, Burgsaal der Wewelsburg.

    Weblinks
    Wikisource: Walter Cohen – Quellen und Volltexte
    Normdaten (Person): GND: 119198592 | LCCN: nr95021800 | VIAF: 40183001 | Wikipedia-Personensuche
  • He died on October 8, 1942 in KZ Dachau, Dachau, Bayern, Deutschland, he was 62 years old.
  • A child of Friedrich Moritz Cohen and Helena Gompertz
  • This information was last updated on June 12, 2019.

Household of Walter Cohen

He is married to Margarete Umbach.

They got married in the year 1920, he was 39 years old.


Second World War victim


Do you have supplementary information, corrections or questions with regards to Walter Cohen?
The author of this publication would love to hear from you!


Timeline Walter Cohen

  This functionality is only available in Javascript supporting browsers.
Click on the names for more info. Symbols used: grootouders grandparents   ouders parents   broers-zussen brothers/sisters   kinderen children

Ancestors (and descendant) of Walter Cohen

Walter Cohen
1880-1942

1920

With Quick Search you can search by name, first name followed by a last name. You type in a few letters (at least 3) and a list of personal names within this publication will immediately appear. The more characters you enter the more specific the results. Click on a person's name to go to that person's page.

  • You can enter text in lowercase or uppercase.
  • If you are not sure about the first name or exact spelling, you can use an asterisk (*). Example: "*ornelis de b*r" finds both "cornelis de boer" and "kornelis de buur".
  • It is not possible to enter charachters outside the standard alphabet (so no diacritic characters like ö and é).



Visualize another relationship

Sources

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Cohen

Historical events

  • The temperature on February 18, 1880 was about 10.6 °C. There was 0.1 mm of rain. The air pressure was 6 kgf/m2 and came mainly from the south-southwest. The airpressure was 75 cm mercury. The atmospheric humidity was 75%. Source: KNMI
  • Koning Willem III (Huis van Oranje-Nassau) was from 1849 till 1890 sovereign of the Netherlands (also known as Koninkrijk der Nederlanden)
  • In The Netherlands , there was from August 20, 1879 to April 23, 1883 the cabinet Van Lijnden van Sandenburg, with Mr. C.Th. baron Van Lijnden van Sandenburg (conservatief-AR) as prime minister.
  • In the year 1880: Source: Wikipedia
    • The Netherlands had about 4.0 million citizens.
    • January 27 » Thomas Edison receives a patent for his incandescent lamp.
    • June 7 » War of the Pacific: The Battle of Arica, the assault and capture of Morro de Arica (Arica Cape), ends the Campaña del Desierto (Desert Campaign).
    • June 28 » Australian bushranger Ned Kelly is captured at Glenrowan.
    • August 14 » Construction of Cologne Cathedral, the most famous landmark in Cologne, Germany, is completed.
    • November 11 » Australian bushranger Ned Kelly is hanged at Melbourne Gaol.
    • December 16 » Outbreak of the First Boer War between the Boer South African Republic and the British Empire.
  • The temperature on October 8, 1942 was between 8.3 °C and 16.5 °C and averaged 13.3 °C. There was 21.4 mm of rain during 7.7 hours. There was 0.2 hours of sunshine (2%). The average windspeed was 4 Bft (moderate breeze) and was prevailing from the southwest. Source: KNMI
  • Koningin Wilhelmina (Huis van Oranje-Nassau) was from 1890 till 1948 sovereign of the Netherlands (also known as Koninkrijk der Nederlanden)
  • In The Netherlands , there was from July 27, 1941 to February 23, 1945 the cabinet Gerbrandy II, with Prof. dr. P.S. Gerbrandy (ARP) as prime minister.
  • In the year 1942: Source: Wikipedia
    • The Netherlands had about 9.0 million citizens.
    • January 11 » World War II: Japanese forces attack Tarakan in Borneo, Netherlands Indies (Battle of Tarakan)
    • March 5 » World War II: Japanese forces capture Batavia, capital of Dutch East Indies, which is left undefended after the withdrawal of the KNIL garrison and Australian Blackforce battalion to Buitenzorg and Bandung.
    • March 22 » World War II: In the Mediterranean Sea, the Royal Navy confronts Italy's Regia Marina in the Second Battle of Sirte.
    • April 26 » Benxihu Colliery accident in Manchukuo leaves 1549 Chinese miners dead.
    • October 9 » Australia's Statute of Westminster Adoption Act 1942 receives royal assent.
    • November 10 » World War II: Germany invades Vichy France following French Admiral François Darlan's agreement to an armistice with the Allies in North Africa.


Same birth/death day

Source: Wikipedia

Source: Wikipedia


About the surname Cohen

  • View the information that Genealogie Online has about the surname Cohen.
  • Check the information Open Archives has about Cohen.
  • Check the Wie (onder)zoekt wie? register to see who is (re)searching Cohen.

When copying data from this family tree, please include a reference to the origin:
A.R. Servaes, "Family tree Servaes, Maastricht/Venlo/Straelen/Neuss/Düsseldorf", database, Genealogy Online (https://www.genealogieonline.nl/stamboom-servaes/I7074.php : accessed January 26, 2026), "Walter Cohen (1880-1942)".