Im 30jährigen Krieg (1618 bis 1648), als viele Söldner durch das Emsland zogen, war das Bourtanger Moor vielfach ein Zufluchtsort für die nahen Bewohner der Eschdörfer an der Ems; sie versteckten sich hier vor den raubenden und plündernden Söldnern. 1624 versuchte der spanische General Spinola, die Festung Bourtange zu erobern, was jedoch misslang. Am 11.Februar dieses Jahres zog Spinola mit seinen Truppen, von der Ems kommend über Rütenbrock, Ter Apel in Richtung Bourtange; sie wurden jedoch von niederländische Soldaten und Reitern zurückgeschlagen . In den Jahren 1665 und 1672 versuchte der Bischof von Münster, Christoph Bernard von Galen, bekannt als „Bomben-Bernd“, mehrfach, durchs Bourtanger Moor Groningen zu erobern. Die Gegend um die heutigen Orte Rütenbrock, Lindloh und Schwartenberg war früher reich an Holz, Weiden, Plaggen- und Torfstich und gehörte von der Ems bis in die Nähe des Klosters Ter Apel den „Gemeinheiten“ von Altharen, Ober- und Niederlangen, alle an der Ems gelegen. In den Sommermonaten, wenn das Moor einigermaßen trocken und begehbar war, trieben die Markgenossen dieser genannten Bauernschaften ihre Viehherden wie Rinder, vor allem aber große Schafherden, in dieseweite Moor-Mark. Im Laufe der Zeit kam es jedoch wegen der der Bewohner von Neuharen, die auch ein Recht am „Rütenbrook“ beanspruchten, zwischen den Gemeinheiten zu Streitereien. Am 28.Februar 1646 wurde ein Vergleich geschlossen, der vorsah, dass die Altharener Markgenossen den Neuharenern einen Anteil am Holz in ihrer Mark zugestanden, wofür sie einen Obolus zu zahlen hatten. Auch die Landegger beanspruchten einen Anteil, wurden jedoch abgewiesen. Schon damals also, vor ca. 400 Jahren, war das Moor begehrtes Land! In einem noch früheren Vertrag der Gemeinheiten Altenharen, Ober- und Niederlangen vom 5. April 1560 wird den Harenern nur eine Nutzung der Altenharenschen Mark, d.h. im Lindloh, zugestanden.
Ein Ereignis, das hierher passt, ist am 1. Juni 1649, also ein Jahr nach Ende des 30jährigen Krieges, geschehen.Gemeint ist die Bauernschlacht bei Hahnentange in Rütenbrock, die von Hermann Gröninger aus Lindloh nach der Erzählung von Vorsteher Ahlers in Oberlangen aufgezeichnet wurde. Zur Zeit des 30jährigen Krieges kam es wegen der Schafweide zwischen den Schäfern von der Ems und denen von Holland (aus Ter Haar, Weerdinge, Roswinkel) häufig zu Reibereien, welche nach und nach einen ernsten Charakter annahmen. So geschah es, dass am Samstag, den 29. Mai 1649, zwei Schäfer und vier Eingesessene aus Oberlangen mit blutigen Köpfen aus dem Moore nach Hause kamen. Sie waren mit 14 Holländern im Streit gewesen und hatten dabei etwa 120 Schafe zurück gelassen, welche von den Holländern mitgenommen worden waren. Sonntags versammelten sich die Oberlangener bei Wübben Dierck, um über die Streitsache zu beraten. Wübben Dierck war im jugendlichen Alter als Freiwilliger in den 30jährigen Krieg gezogen. Als er 10 Jahre verschollen blieb, hatte seine Schwester geheiratet und die elterliche Stelle übernommen. Nach dem Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück kehrte er unerwartet mit vielen Narben bedeckt wieder heim und blieb als Onkel, also unverheiratet, auf dem Hof. Dierkohm, wie er nun hieß, schlug vor, es müsse gegen die Holländer gründlich vorgegangen werden. Mit einem Truppvon Freiwilligen aus Oberlangen, Niederlangen und Altharen beschloss man, gegen die Holländer ins Feld zu ziehen und, wenn nicht anders möglich, in die holländischen Dörfer einzudringen, um die geraubten Schafe mit Gewalt zurückzuerobern. Am Dienstag, den 1. Juni 1649, vereinigten sich die Verbündeten am Mittelbusch (zwischen Hahnentange und Wilholte). Wübben Dierk als alter erfahrener Krieger erhielt das Oberkommando. Er zählte seine Truppe und stellte fest, dass 52 Männer aus Altenharen, 30 Männer aus Oberlangen und 33 Männer aus Niederlangen, also zusammen 115 Mann sich gestellt hatten. Dierk ließ die Altenharener im Busch sich decken, während er mit denen aus Ober- und Niederlanden dem schon sichtbar gewordenen „Feind“ entgegen zog. Die Altenharener sollten erst auf ein gegebenes Hornsignal aufbrechen. Da zeigte sich schon eine zweite feindliche Truppe in der Gegend von Ter Haar in Begleitung einer Schafherde. Dierk ließ die Niederlangener unter Kommando von Grote Kone der nördlichen Truppe entgegen rücken, um diese einstweilen aufzuhalten, während er die dreifach überlegenen Holländer in Richtung Hahnentange angriff. Grote Kone, besorgt, die Oberlangener möchten den Holländern nicht standhalten, zieht sich zurück und vereinigt sich wieder mit Dierk, während auch die nördlichen, von rechts kommenden Holländer angreifen. Es erfolgt ein regelrechter Angriff. Heulen und Hundegebell, Hurrarufen und Fluchen wechseln mit wuchtigen Keulenschlägen ab. Dierk teilt seine geübten Säbelhiebe wacker aus, während die meisten mit eichenen Knüppeln dreinschlagen. In der Hitze des Gefechts, die Langener mussten gegen 120Holländer standhalten, hatte Dierk vergessen, ins Horn stoßen zu lassen. Plötzlich ruft der Schäfer: „Dierkohm, schall ik noch nich tuten?“ „Ja, Junge tute man“, war die Antwort. Kaum ertönte das Hornsignal, so stürmten die Altenharener unter lautem Hurra aus dem Busche. Die Holländer geraten in Unordnung und ergreifen mit blutigen Köpfen die wilde Flucht. Die Verbündeten verfolgen diese bis vor Ter Apel und bringen einen Teil der Herde als genügenden Ersatz für die geraubten Schafe mit zurück. Bei der abschließenden Versammlung am Mittelbusch oder Hintermbusch meint Dierkohm seelenvergnügt: „So moi heft in´n dertigjäöhrigen Krieg nich gaon“! Schade, dass aus diesem Treffen nicht mehr Personen namhaft gemacht sind. Wir kennen aus der Überlieferung außer Wübben-Dierck nur Wobken Gerd Jürgen aus Wilholte und Grote Kone aus Niederlangen, deren Namen und Nachfolger dort allbekannt sind. Aber unabhängig davon gilt: „Dat is`n moi Stück, üm tau vertellen“! Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Streitigkeitenzwischen den Bewohnern der Emsdörfer und denen auf holländischer Seite, wie auch die Streitigkeiten um Besitzverhältnisse auf dem Twist mit den Schoonebeekern zeigen. Der Ortsname „Twist“ besagt alles.
grootouders
ouders
broers/zussen
kinderen
Dierk Wübben? Wübbem Dierck | ||||||||||
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